Die Wahrnehmung des Ziels durch eine Diopter-Visierung ist ein anspruchsvoller Prozess. Ein präzises Zielbild fällt dir nicht einfach so in den Schoß, es muss vielmehr mit einigen Anstrengungen erzeugt werden. Es ist abhängig von den Lichtbedingungen und von der Wahl und der Einstellung der Visierelemente. Auch deine Sehfähigkeit und eventuelle Korrekturen müssen stimmen. Vor allem aber kommt es auf deine Aktivitäten bei der Auffassung und Verarbeitung der Bildinhalte an. 

 

  Perceiving the target through a diopter sight is a demanding process. A precise target image does not simply fall into your lap; rather, it must be created with some effort. It depends on the lighting conditions and the choice and adjustment of the sighting elements. Your vision and any corrections must also be correct. Above all, however, it depends on your activities in perceiving and processing the image content.

  

  Oben links das 'perfekte' Zielbild mit dem Luftgewehr freihändig auf 10 Meter mit einem DUPLEX Zwischenring, wie er von den meisten Topschützen verwendet wird. Rechts die Wahrnehmung mit Adlerauge beim Auflageschießen. 

  Top left: the “perfect” target image with an air rifle fired freehand at 10 metres with a DUPLEX spacer ring, as used by most top shooters. Right: the eagle-eyed perception of benchrest shooting.

  40 Milliarden Nervenzellen sind aktiv, um das Zielbild zu erfassen, zu verarbeiten und mit den übrigen Aktivitäten beim Schuss zu koordinieren. Beim Anfänger geschieht das unter großer Anstrengung, holprig und meist etwas fehlerhaft. Wer einige Hunderttausend Zielvorgänge absolviert hat, erwirbt eine gewisse Routine und zunehmender Genauigkeit.

  Die Zielwahrnehmung ist also ein aktiver Prozess, der aufwendig einstudiert werden muss. Er benötigt regelmäßiges Training mit hohem Umfang, um in Topform zu gelangen. 

   Forty billion nerve cells are active in order to capture and process the target image and coordinate it with the other activities involved in shooting. For beginners, this is a laborious, bumpy and usually somewhat flawed process. Those who have completed several hundred thousand targeting processes acquire a certain routine and increasing accuracy.

 

Target perception is therefore an active process that requires extensive practice. It requires regular, extensive training to achieve top form.

   Im Poster unten versuchen wir, die wichtigsten Variationen des Zielbildes darzustellen. Das ist jedoch ein schwieriges Unterfangen, da jedes Auge anders sieht. Weitere Variationsquellen sind das Licht an der Scheibe und die Einstellung der Visierelemente.

  Die Übersicht enthält 20 Fünfergruppen zu je einem Variationsbereich. Oben siehst du ein Beispiel zur Korngröße. Die Zeile zeigt fünf Beispiele mit abnehmendem Innendurchmesser. Das empfehlenswerte Maß ist jeweils in der Mitte zu finden; links und rechts davon sind Lösungen mit weniger günstigen Proportionen zu sehen. Ganz rechts befinden sich zwei QR-Codes, die zu Videos zur Korngröße führen.

  Du solltest die Fünfergruppen im Poster der Reihe nach studieren und mit deinem tatsächlichen Zielbild vergleichen. Welche relative Größe hat dein Korn? Schießt du eher einen weiten oder einen engen Ring?

  Diskutiere auch mit deinen Kollegen und Trainern. In jeder der Fünferreihen des Posters steckt Gesprächsstoff. Und natürlich auch die Anregung zu Experimenten. Wenn du beispielsweise ein kleines Korn (wie auf den Bildern 4 und 5 oben) schießt, lohnt sich der Versuch mit einem größeren Innendurchmesser. 

 

   In the poster, we attempt to illustrate the most important variations in the target image. This is a difficult undertaking, as every eye sees differently. The light on the lens and the setting of the sighting elements are further sources of variation.

   The overview contains 20 groups of five, each representing one variation range. Above is an example of grain size. The row shows five examples with decreasing inner diameters. The recommended size is in the middle, with solutions with less favourable proportions on the left and right. On the far right are two QR codes that take you to videos on grain size.

   You should study the groups of five in the poster in order and compare them with your actual target image. What is the relative size of your pellet? Do you shoot a wide or a narrow ring?

   Discuss this with your colleagues and trainers. Each of the groups of five on the poster provides plenty of topics for discussion. And, of course, inspiration for experiments. If you shoot a small pellet (as in images 4 and 5 above), it is worth trying a larger internal diameter.